VW Samba-Bulli von 1966 zum Elektroauto umgebaut

Außen ist der Electromod auf Basis eines Samba-Busses gelungen, aber innen ...

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Seit über zwei Jahrzehnten ist die Bremen Classic Motorshow der Startschuss der Oldtimersaison. Auch dieses Jahr wird das Messegelände der Hansestadt Ende Januar und Anfang Februar 2026 zum Treffpunkt für Sammler, Restauratoren und Fans historischer Fahrzeuge.

VW Nutzfahrzeuge zeigt dort einen e-Bulli auf Basis des VW T1, also des ersten "Bullis", wie der Transporter im Volksmund genannt wird. Basis war eine "Samba"-Version von 1966. Diese wurde vollständig restauriert und modernisiert. Zudem bekam der Wagen einen Elektroantrieb. Damit handelt es sich um ein sogenanntes Electromod-Modell.

Nach einem vollständigen Neuaufbau des Originalfahrzeugs bekam der Samba-Bulli moderne Elektrokomponenten aus dem VW-Regal. Der Elektromotor bringt 61 kW und 212 Nm - das sind Werte, wie sie der e-Up in der Version von 2020 (Wikipedia) hatte. Damit verfügt der e-Bulli über nahezu die doppelte Leistung des Boxermotors aus dem Originalfahrzeug, der 32 kW (44 PS) leistete. Als Energiespeicher wird ein 58-kWh-Akku eingesetzt, der mit bis zu 100 kW geladen werden kann. Er könnte aus einer frühen Version des ID.3 Pro stammen - die heutige Variante hat 59 kWh und 165 kW Ladeleistung. 

VW e-Bulli (Samba-Electromod, 2026)

Fahrwerk und Bremsen wurden angepasst, um der gesteigerten Performance gerecht zu werden. Auch an der Optik wurde einiges verändert. Der Stil des Exterieurs mit Bicolor-Lackierung blieb erhalten. Die orangefarbene Lackierung mit matten sandfarbenen Akzenten stammt jedoch vom zeitgenössischen Design-Team. Außerdem wurden LED-Scheinwerfer eingebaut, die mit ihrer Klarglas-Abdeckung deutlich anders aussehen als die Leuchten des Originals mit ihren geriffelten Gläsern. Da das Original von 1966 stammt, hatte es bereits die elektrischen Blinker, die seit 1960 Pflicht waren.

Innen blieb das dünne Originallenkrad mit der fast senkrecht stehenden Lenksäule, auch  Rundinstrument (jetzt mit Restreichweiten-Anzeige) und Radio (mit Digitaldisplay) blieben im Stil des Originals. Der im Original ebenfalls sehr aufrecht stehende Schalthebel wurde jedoch entfernt. In die ursprünglich durchgehende Sitzbank vorn wurde eine Mittelkonsole mit einem modernen Getriebewahlhebel eingebaut, der mit orangefarbenem Leder bezogen ist. Die Lederausstattung hat eine ähnliche Bicolor-Optik wie das Exterieur. Dazu gibt es einen Parkettboden aus echtem Holz.

Unter dem Strich

Oldtimer wie der erste VW Bulli zaubern nach wie vor ein Lächeln ins Gesicht der meisten Leute. Das dürfte auch dem elektrifizierten Samba-Bus von VW gelingen. Aber wehe, sie werfen einen Blick ins Innere. Der orangefarbene Getriebewahlhebel wird nicht nur bei Experten Stirnrunzeln hervorrufen, wahrscheinlich sogar Kopfschütteln. 

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Autor: Stefan Leichsenring