Am kommenden Montag, den 14. Oktober, beginnt der Pariser Autosalon. Renault-Ableger Alpine hat sein zweites Elektroauto nach dem A290 im Gepäck, wenn auch erstmal nur als Studie. Der A390_β wird als sportliches Fastback-Modell vorgestellt, nicht mehr als Crossover. Schon kurz vor der Messe zeigt Alpine nun zahlreiche Bilder.
Dass der A390_β in Paris präsentiert wird, hatte Alpine bereits angekündigt, und kürzlich war der Wagen auch schon als Erlkönig zu sehen. Technisch soll das neue Modell auf der Plattform AmpR Medium aufsetzen, die auch den Renault Scenic und Megane Electric sowie den Nissan Ariya trägt.
Doch wie schon die von Alpine präsentierten Silhouetten und dann die Erlkönigbilder zeigten, handelt es sich um ein sportlich akzentuiertes Modell. Der Wagen ist offenbar weiter vom Scenic oder Ariya entfernt, als sich der A290 vom Renault 5 wegbewegt hat. Am ehesten vergleichbar ist das Design noch mit dem ebenfalls etwas coupéhaften Nissan Ariya. Das bestätigen nun die Bilder der Designstudie.
Das Serienmodell wird A390 heißen, wobei A für Alpine steht, die "3" für das Kompaktsegment und die "90" für ein Alltagsmodell - im Gegensatz zur 10, die Sportwagen wie das Verbrenner-Coupé A110 kennzeichnet.
Die größte Überraschung an der Studie ist für uns das riesige Glasdach; ob auch das Serienauto so transparent ist, darf man allerdings bezweifeln. Bei der Studie wirken die schwarzen Metallteile der Dachkonstruktion fast schon filigran, und sowas verträgt sich meist schlecht mit der nötigen Crashsicherheit. Auch die Kameras, welche die Außenspiegel ersetzen, sind wohl nicht realistisch, genauso wenig wie die gegenläufig öffnenden Fondtüren, die fehlende B-Säule und das futuristische Cockpit. Bleiben wird im Wesentlichen die Karosserieform und einige Details.
Serientauglich ist vielleicht die Brücke an der Nase, welche die Luftströmung quasi durch die Nase hindurch über die Fronthaube leiten soll. Als reines Design-Mätzchen darf man aber werten, dass sich die Karosserie um acht Zentimeter verlängern lässt, um ein aerodynamisch günstiges langes Heck entstehen zu lassen.
Realistischer ist wieder das Design der Felgen (22 Zoll vorne und 23 Zoll hinten), das von Schneeflocken inspiriert ist - wie auch manche Räder des A290. Wie dort erscheint in der Radmitte ein Element in dem hübschen Himmelsblau der Marke, in dem auch die Karosserie lackiert ist. Die Lichtsignatur vorne wie hinten wird von kleinen Leucht-Dreiecken gebildet. "Cosmic Dust" genannt, sollen sie an Kometen erinnern.
Als Kontrast zum farbigen Exterieur ist der Innenraum weitgehend in Schwarzweiß gehalten: Das Lenkrad und die Rückbank sind weiß, die Schalensitze und das Armaturenbrett schwarz. Die wichtigsten Fahrdaten erscheinen auf drei Glasscheiben hinter dem Lenkrad, die einen holografischen Effekt erzeugen sollen.
Die A390-Studie wird von drei Elektromotoren angetrieben: einem vorne und zwei hinten. So wird ein aktives Torque Vectoring an der Hinterachse möglich. Indem das kurvenäußere Rad stärker angetrieben wird, dreht das Auto leichter in die Kurve. Dieses Feature dürfte allerdings dem Topmodell vorbehalten sein. Leistungsmäßig darf man bei diesem wohl deutlich über 300 kW erwarten, denn schon der stärkste Ariya hat 290 kW.
Standardmäßig wird es wohl einen zweimotorigen Allradantrieb geben. Auch ein Heckantrieb würde dem Modell gut stehen, aber das müssen wir abwarten. Scenic und Megane haben Frontantrieb, den Ariya gibt es wahlweise auch mit Allradantrieb. Als Batterie könnte der 87-kWh-Akku aus dem Ariya und Scenic eingesetzt werden.
Gebaut wird der A390 in der Alpine-Manufaktur in Dieppe, die Motoren kommen aus Cleon und die Batterie aus Douai - damit findet die Produktion größtenteils in Nordfrankreich statt. Nach dem A290 und dem A390 plant Alpine noch ein drittes Modell für seine Dream Garage, bei dem es sich um einen elektrischen Nachfolger des A110 handeln soll. Bei diesem A310 dürfte es sich um die sportliche Speerspitze der Marke handeln. Insgesamt will Alpine sieben Modelle bis 2030 auf den Markt bringen.
Unter dem Strich
Das zweite Elektromodell der Marke Alpine tritt als Coupé-SUV oder Crossover im C-Segment an. Nach Gerüchten soll das Auto etwa 4,40 Meter lang werden. So wird der A390 wohl gegen die Coupé-SUVs aus dem VW-Konzern (VW ID.5, Skoda Enyaq Coupé und Audi Q4 Sportback e-tron), den Volvo C40, den Peugeot E-3008, den BMW iX2 und den Ford Capri antreten. Gegen diese wird sich das Auto wohl als sportlichste Option positionieren.








