Mercedes VLE: 800-Volt-Van wird am 10. März 2026 vorgestellt

Die Vorserienfertigung im Baskenland hat jedoch schon im September begonnen.

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Der Mercedes VLE wird erst am 10. März kommenden Jahres vorgestellt. Das meldete der Hersteller nun in einer sehr kurzen Pressemitteilung. Das mitgelieferte Bild (siehe oben) zeigt die vordere Lichtsignatur mit zwei Sternen pro Seite, aber die kannten wir bereits vom letzten Teaser. Das heißt ... die feine Schraffur der Lichtlinie über den Leuchten ist doch neu. Ansonsten ist der Mitteilung nichts zu entnehmen.

Die Vorserienfertigung des Mercedes VLE im spanischen Vitoria hat bereits im September begonnen. Das etwa 70 km südlich von Bilbao im Baskenland gelegene Werk war damals bereits zu 90 Prozent auf die Produktion des Neulings umgestellt.

Ab 2026 sollen in Vitoria der VLE, die V-Klasse, der Vito und der eVito gebaut werden, also sowohl Elektrofahrzeuge als auch Verbrenner. Der VLE wird in die laufende Fertigung integriert, zunächst als Elektrofahrzeug, später auch mit Verbrennungsmotor. Danach erhält der luxuriöse Transporter einen Lichtstern mehr pro Seite als der CLA.

Dass der Neuling eine Lichtsignatur mit jeweils zwei Sternen links und rechts bekommt, war schon seit einem Erlkönig-Video klar, das CarSpyMedia im August veröffentlichte:

Das Video zeigt den Neuling bei Hitzetests im Südeuropa. Die Aufnahmen geben einen guten Eindruck von den Proportionen des Neulings. Ebenfalls zu sehen ist, dass die Sterne in den Scheinwerfern auch zum Blinken eingesetzt werden. Die senkrecht eingebauten Rückleuchten sind ebenfalls erkennbar - die bisherigen Teaserbilder von Mercedes hatten noch rundliche Fake-Lichter.

Der bis zu achtsitzige VLE basiert auf der neuen Van Electric Architecture (Van.EA). Er dürfte Nachfolger der elektrischen V-Klasse werden. Das Fahrzeug wird in etlichen Varianten angeboten werden - vom freizeitorientierten Familienauto bis hin zum Nobel-Shuttle. Ende Juli präsentierte Mercedes Bilder vom getarnten VLE im Windkanal und von Hochgeschwindigkeitsfahrten in Nardo.

Davor gab es schon Teaserbilder von dem Auto in blauweißer Tarnung, die den VLE bei einer Testfahrt von Stuttgart nach Rom zeigten: Zwei Erprobungsträger des Mercedes VLE absolvierten die 1.090 km lange Strecke mit lediglich zwei Ladestopps, die zudem nur 15 Minuten dauerten. Die Angaben zu den Ladestopps lassen auf eine Reichweite von etwa 450 km schließen, die kurze Ladedauer auf ein 800-Volt-System.

Anfang Juli wurde auch erstmals eine Hinterachslenkung erwähnt, die das vermutlich über fünf Meter lange Fahrzeug agiler und wendiger machen soll.

Bis Juli war der Mercedes VLE nur als Studie Vision V bekannt; diese wurde im April vorgestellt. Damals fiel der fast schon monströse Grill auf sowie der Mercedes-Stern auf der Fronthaube.

Bilder von: Mercedes-Benz

Am Heck überraschte die Studie mit einem durchgängigen roten Rücklicht-Rahmen.

Bilder von: Mercedes-Benz

Innen hatte die Studie noch ein arg futuristisches Sitzsystem; das Cockpit mit dem Hyperscreen wirkte aber schon seriennah:

Neben Simulationen und Tests am Entwicklungscampus von Mercedes in Stuttgart-Untertürkheim muss der Mercedes VLE auch zahlreiche Testfahrten auf öffentlichen Straßen absolvieren. Dazu gehören Fahrten in zahlreichen Klimazonen und mit verschiedensten Routenprofilen. So fuhren erste Technologieträger des VLE schon 2024 von Stuttgart bis ans Nordkap, und im Winter 2025 wurden umfangreiche Kälteerprobungen in Schweden durchgeführt.

Mercedes VLE als getarnter Prototyp

Mercedes bezeichnet das Auto als "Van" - so nennt die Marke ihre Transporter und Lieferwagen. Geplant sind laut Hersteller ein VLE mit bis zu acht Sitzen, das als Familienauto und VIP‑Shuttle dienen soll, sowie ein VLS für eine Kundschaft "mit höchsten Ansprüchen an luxuriösen, automobilen Raum". Dabei soll das E in VLE für die obere Mittelklasse stehen, also für das Segment des EQE und der E-Klasse. Das S in VLS steht für die Oberklasse, in der die S-Klasse und der EQS angeboten werden. 

Die Plattform ermöglicht laut Mercedes eine klarere Differenzierung zwischen Privatfahrzeugen (von Mercedes als Grand Limousines bezeichnet) und gewerblich genutzten Transportern. Die vollelektrischen Grand Limousines will Mercedes auch in den USA, Kanada und China anbieten. 

Unter dem Strich

Teaser, Teaser und nochmal Teaser: Wie wichtig der VLE für Mercedes Trucks ist, lässt sich am Output der Presseabteilung ermessen. Auf der IAA war der Elektro-Van als getarnter Prototyp zu sehen. Zusammen mit dem Erlkönig-Video und mehreren Teaserbilder ergibt sich schon ein guter Eindruck von dem Auto. Die Lichtsignatur wird durch vier Leucht-Sterne in den Scheinwerfern bestimmt.

Dazu kommt noch der riesige Kühlergrill, der nachts zudem noch durch eine Lichtlinie betont wird. Schön finden wir den Monstergrill ehrlich gesagt nicht, aber bei einem Transporter kommt es ja weniger auf die Optik als auf das Raumangebot an. Außerdem bietet der VLE 800-Volt-Technik und hat damit auf der Langstrecke der elektrischen V-Klasse was voraus.

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Autor: Stefan Leichsenring