Darum hat Ford die Bezeichnung Shelby beim Mustang gestrichen

Die Lizenzierung des berühmten Namens wurde schlichtweg zu teuer

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Wer einen Blick auf die aktuelle Ford-Mustang-Palette wirft, dem fällt womöglich etwas auf: der Name Shelby fehlt. Der letzte ab Werk angebotene Mustang mit diesem Schriftzug war der Mustang Shelby GT500, dessen Produktion kurz vor dem Debüt der siebten Generation endete.

Viele Fans fragen sich daher: Wohin ist Shelby verschwunden? Statt eines neuen GT500 brachte Ford den Ford Mustang Dark Horse und den noch extremeren Ford Mustang Dark Horse SC - letzterer übernimmt im Grunde die Rolle eines modernen GT500. Warum also verzichtet Ford beim S650 Mustang auf den Shelby-Namen? Die kurze Antwort: Geld.

Lizenzgebühren für den Shelby-Namen

Was viele nicht wissen: Ford besitzt die Markenrechte am Namen Shelby nicht. Diese liegen weiterhin bei Shelby American, einem eigenständigen Unternehmen mit Sitz in Nevada. Das bedeutet, Ford muss für die Nutzung zahlen.

Laut einem Bericht von Ford Authority zahlte Ford schätzungsweise 800 US-Dollar an Lizenzgebühren für jeden Mustang mit Shelby-Branding. Das klingt zunächst nicht nach viel - doch bei den Stückzahlen, die von den Shelby-Mustangs über die Händlerhöfe rollten, summiert sich das schnell.

Ford verkaufte während der Laufzeit 24.211 Exemplare des Ford Mustang Shelby GT350 und GT350R sowie 14.130 Exemplare des GT500 zwischen 2020 und 2022. Bei rund 800 US-Dollar pro Fahrzeug ergibt das insgesamt mehr als 30 Millionen US-Dollar an Lizenzgebühren. Für ein Emblem ist das eine ziemlich relevante Summe.

Kommt Shelby zurück?

Ob der Shelby-Name zurückkehrt, ist weiterhin unklar - zumindest für die aktuelle S650-Generation. Es gab zwar Gerüchte über ein Comeback, doch Ford soll sich letztlich entschieden haben, stattdessen das Dark-Horse-Branding weiter auszubauen.

Ford begründet den Schritt mit einer erneuerten Ausrichtung auf den Motorsport. Parallel zum aktuellen Mustang brachte das Unternehmen sechs Rennversionen an den Start - vom abgespeckten Dark Horse S bis zum vollwertigen GT3-Rennwagen. Zudem gibt es Pläne, den Dark Horse SC bis 2027 in den NASCAR-Sport zu bringen.

Vorerst bleibt der Name Shelby also außen vor, während Dark Horse im Mittelpunkt steht. Das kann sich künftig ändern - aktuell setzt Ford jedoch klar auf die Bezeichnung Dark Horse. Der Reiz früherer Shelby-Modelle wie GT350 und GT500 ist unbestritten - sie gelten in der Mustang-Welt längst als Ikonen. Gleichzeitig sind die neuen Dark-Horse-Varianten für sich genommen beeindruckend, und Fords umfangreiches Engagement im Rennsport spricht dafür, dass sie mehr sind als nur ein Lückenfüller. Wer allerdings auf ein Shelby-Comeback hofft, dürfte sich noch gedulden müssen.

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Autor: Jeff Perez