Tatsächlicher Verbrauch: Renault Clio Hybrid (2026) im Test

Wieviel Sprit braucht der neue Clio in der 158 PS starken Hybridversion im realen Verkehr?

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Preisangaben, die eventuell im Artikel vorkommen, beziehen sich i.d.R. auf Deutschland.

Für Renault ist der Clio ein zentrales Modell - schließlich verkauft er sich in ganz Europa gut. Die sechste Generation des französischen Fünftürers setzt für 2026 weiter auf den Vollhybrid-Antrieb. Der Hubraum steigt jedoch auf 1,8 Liter, die Leistung auf 158 PS (116 kW). Außerdem sanken die Verbrauchswerte nach WLTP-Norm.

Doch sind die Verbräuche wirklich so niedrig, wie es die offiziellen Daten versprechen? Um das herauszufinden, habe ich einen Verbrauchstest durchgeführt. Dabei wurde die Sparsamkeit des neuen Clio bestätigt. Auf unserer 360 km langen Standard-Teststrecke von Rom ins norditalienische Forlì lag der Verbrauch bei beeindruckenden 3,75 Liter/100 km. Für den Kraftstoff habe ich nur 22,40 Euro ausgegeben. Ebenfalls bemerkenswert: Mehr als die Hälfte der Strecke bin ich im Elektromodus gefahren.

Unter den Top 10 der sparsamsten Vollhybride

Mit diesem Ergebnis erreicht der Renault Clio den achten Platz im Ranking unserer Testergebnisse in der Kategorie Vollhybrid. Er ist sparsamer als der Vorgänger Renault Clio E-Tech full hybrid 145 (4,00 Liter/100 km),  der größere Renault Symbioz full hybrid E-Tech 160 (3,80 Liter), der Toyota Corolla 1.8 Hybrid 122 (3,90 Liter), der Honda Jazz 1.5 Hybrid Crosstar (3,95 Liter) und der Omoda 5 SHS-H (ebenfalls 3,95 Liter/100 km).

Besser als der Hybrid-Renault waren praktisch nur Toyota-Modelle, darunter der Toyota Yaris 1.5 Hybrid 4x2 (3,60 Liter), der Toyota Yaris Cross 1.5 Hybrid 4X2 (3,55 Liter) und der Toyota Prius AWD-i aus dem Jahr 2019, der mit 3,20 Liter/100 km nach wie vor Spitzenreiter in der Kategorie ist.

Stark bei Ausstattung, Technik und Fahrgefühl

Das von mir getestete Auto war ein italienischer Renault Clio full hybrid E-Tech 160 Esprit Alpine - die am besten ausgestattete Version mit Sportoptik. Serienmäßig an Bord sind unter anderem Alpine-Details, 18-Zoll-Leichtmetallräder mit Diamantschnitt, LED-Scheinwerfer, Alu-Pedale, Interieur-Details in Alcantara, schlüsselloser Zugang, Klimaautomatik, adaptiver Tempomat sowie Parksensoren vorn und und seitlich.

Einziges kostenpflichtiges Extra ist die Metallic-Lackierung in Blue Iron, die den italienischen Listenpreis auf 29.250 Euro anhebt. Das erscheint mir angesichts der Technik und der Ausstattung dieses Fünftürers angemessen - zumal er sich wirklich gut fährt. Fahrwerk, Lenkung und das multimodale Automatikgetriebe sorgen für ein direktes, unkompliziertes Fahrvergnügen, bei ordentlichem Komfort für alle Insassen. Auch das Kofferraumvolumen ist solide, gerade im Verhältnis zur Karosserielänge von nur 4,12 Metern.

Extrem sparsam - in jeder Situation

Mit dem neuen Renault Clio Vollhybrid war es leicht, sehr niedrige Verbräuche in allen Fahrsituationen zu erhalten. Im Stadt-Umland-Mix blieb der Benzindurst extrem niedrig, und auch auf der (italienischen) Autobahn bewegte sich der Verbrauch auf nahezu rekordverdächtigem Niveau.

Der 39-Liter-Tank, kombiniert mit einer 1,4-kWh-Batterie, ermöglichte rechnerisch über 750 km  Reichweite pro Tankfüllung. Bei sehr verbrauchsorientierter Fahrweise und auf idealen Strecken lässt sich theoretische sogar die 1.000-km-Marke überschreiten.

Verbrauch in typischen Verkehrssituationen

  • Stadt-Umland-Mix: 4,7 Liter/100 km
    826 km theoretische Reichweite
  • (Italienische) Autobahn: 5,1 Liter/100 km
    764 km theoretische Reichweite
  • Spritspartest: 3,4 Liter/100 km
    1.146 km theoretische Reichweite

Aus dem offiziellen Datenblatt

  Renault Clio Vollhybrid E-Tech 160 Esprit Alpine 
Antrieb Hybrid (Benzin, 1.789 cm³)
Leistung 158 PS
CO2-Emissionen (WLTP) 92 g/km
Abgasnorm Euro 6E-BIS-FCM

Daten des Testfahrzeugs

Fahrzeug: Renault Clio full hybrid E-Tech 160 Esprit Alpine
Basis-Listenpreis in Italien: 28.300 Euro
Testdatum: 6. Februar 2026
Wetter (Start/Ziel): Bewölkt, Regen, 19 Grad / Bewölkt, 9  Grad
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 73 km/h
Reifen: Continental EcoContact 7 - 205/45 R18 90H XL EV (EU-Label: A, B, 69 dB)

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer: 3,7 Liter/100 km
An der Zapfsäule: 3,8 Liter/100 km
Mittel aus diesen Werten: 3,75 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,659 Euro/Liter (Benzin)
Kosten: 22,40 Euro

Wir haben ein stets aktualisiertes Ranking der Verbrauchstest-Ergebnisse. Das Ganze ist in italienischer Sprache, aber wir denken, Sie finden sich zurecht.

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie eine Freundin oder einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, wird Ihnen wahrscheinlich ein Wert genannt, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht wurde der Wert vom Bordcomputer abgelesen oder die Tankrechnungen wurden aufbewahrt und daraus ein Verbrauch errechnet.

Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna).

Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke von Rom nach Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr.

Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert.

© Motor1.com
Autor: Fabio Gemelli